Falscher Überfall in Graz

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Das Seven Casino Palace, eine Spielhalle in Graz, wurde am 22. Dezember überfallen. Betroffen war ein dort angestellter Kellner, den der Dieb vermeintlich umschubste, fesselte und ihm sein Geld wegnahm. Gefilmt wurde lediglich ein maskierter Täter, denn natürlich sind auch in den kleineren Betrieben überall Kameras angebracht. Erst jetzt, rund einen Monat nach dem augenscheinlichen Raub, kam allerdings die Wahrheit ans Licht: Wie sich herausstellte, machten der Kellner und der angebliche Dieb gemeinsame Sache. Die beiden sind schon lange miteinander befreundet und täuschten aus eher fadenscheinigen Gründen einen Überfall vor, der glatt als ein wirklicher Raub hätte durchgehen können. Die filmreife Veranstaltung wurde glücklicherweise entlarvt, noch bevor es zu einer Entschädigung zugunsten des Kellners kam. Dem 30 Jahre alten „Opfer“ nahm man die Geschichte zunächst so ab, und es gab nicht den leisesten Zweifel daran, dass sich der Raub genauso zugetragen hatte wie von ihm geschildert.

Trickreiche Masche – Opfer ist eigentlich Täter

Der junge Kellner teilte der Polizei mit, dass er gegen 20 nach 8 von einem maskierten Mann überfallen wurde, der sich durch den Hintereingang fast unbemerkt ins Casino schlich. Anschließend soll er den Mann umgeworfen, mit Klebeband gefesselt und sich am Tresor bedient haben. Rund eine viertel Stunde dauerte es, bis der Alarm ausgelöst wurde. Nach den Schilderungen des Kellners war es ihm nicht vorher möglich, Hilfe zu holen. Er will nämlich im Sitzen Richtung Straße gerobbt sein, um sich dort bei Passanten bemerkbar zu machen, die wiederum einschritten. Gerald Kahr, der beim Landeskriminalamt arbeitet, hat bei seinen Ermittlungen Erstaunliches herausgefunden. Am Tag direkt nach dem angeblichen Überfall war das Opfer nämlich in der Disco zu finden und feierte ausgiebig – mit Champagner und anderen teuren Dingen, die er sich allein durch seinen Job sicherlich nicht hätte leisten können. Die exzessive Party lief dermaßen aus dem Ruder, dass sich die Gäste sogar mit dem sündhaft teuren Getränk über die Köpfe schütten. Schnell fragte man sich, woher der Kellner so viel Geld haben konnte.

Gericht wird Entscheidung fällen

Es kristallisierte sich heraus, dass der Angestellte des Casinos nicht nur Kellner, sondern auch Spielsüchtiger ist. Seine extremen Schulden waren von jetzt auf gleich kein Problem mehr – er schmiss das Geld geradezu mit vollen Händen aus dem bildlich gesprochenen Fenster. Die Polizei ermittelte und fand heraus, dass der Casino Räuber nicht irgendwer ist, sondern ein sehr guter Freund des Opfers. Gemeinsam hatten sich die beiden auf den Partys fotografieren lassen. Durch Internet-Suchen stieß die Polizei letztlich darauf. Der Dieb ist 20 Jahre alt und schon lange mit dem Kellner befreundet. Nun müssen sich beide vor Gericht verantworten – wegen gemeinschaftlichen Raubes und Vortäuschen einer Straftat, die so wie geschildert nie passiert ist.

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