Kickboxer geht in Haft

Kickboxer geht in Haft besuchen

Wissam N. ist Kickboxer und ein ehemaliger Big Brother Kandidat. Dass derart viel kriminelle Energie in ihm steckt, hätte man sich kaum vorstellen können. Dennoch bedrohte der unschuldig wirkende Mann einen Lottomillionär und versuchte, ihn um ca. 400.000 Euro zu erpressen. Da er obendrein Gewalt androhte, wird der Kickboxer nun sechs Jahre seines eigentlich einst so erfolgreichen Lebens hinter schwedische Gardinen wandern. Dazu hat ihn das Göttinger Landgericht im lange andauernden Prozess verurteilt.

Der 30 Jahre alte Wissam N. hatte noch vor einigen Jahren bei Big Brother im Container gesessen. Die Haft wird für ihn aber ganz sicher nicht annähernd so angenehm wie das TV Format. Gewinnen kann er dort zumindest nichts. Fünf Jahr und neun Monate Haft wurden ihm von Landgericht Göttingen auferlegt – wegen „besonders schwerer räuberischer Erpressung“. Der Verurteilte hatte im Übrigen einen Komplizen, der sich ebenfalls vor Gericht verantworten musste. Seine Strafe in Höhe von einem Jahr und neun Monaten wurde zur Bewährung ausgesetzt. Im  Großen und Ganzen gab das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft statt. Die beiden Verteidiger plädierten hingegen auf Freispruch, und auch die Angeklagten selbst teilten mit, sie seien unschuldig. Laut einem der Rechtsanwälte dürfte ein Revisionsverfahren angestrebt werden.

Rund 16 Monate lang sammelte die Staatsanwaltschaft Beweise, um gegen Wissam N. und seinen Komplizen vorgehen zu können. Dass es abschließend zu derart verschiedenen Ausführungen kommen konnte, versteht man als Unbeteiligter kaum. Offensichtlich war die Beweislast aber schwer genug, um ein entsprechendes Urteil fällen zu können. Die Verteidigung setzte auf einen Freispruch, da beide Angeklagten ein Alibi für die Tatzeit haben sollten.

Der Richter fällte ein deutliches Urteil, da nach seiner Auffassung nicht viel von den Zeugen zu halten ist, die den Angeklagten das besagte Alibi verschafften. Verlässlichkeit war in den Aussagen dieser Personen nicht zu spüren. Es scheint somit erwiesen, dass der Kickboxer tatsächlich der Erpressung schuldig ist und dass diese möglicherweise sogar von langer Hand geplant war. Das Opfer stammt aus Süd-Niedersachen und hatte erst vor einiger Zeit 1,7 Millionen Euro gewonnen. Als die Täter von dem Gewinn Wind bekamen, versuchten sie, Geld für ein Projekt von ihm zu bekommen – angeblich für straffällig gewordene Jugendliche. Der Gewinner lehnte jedoch ab, so dass die beiden zu der Tat kamen und sich rund 425.000 Euro aushändigen ließen. Das Geld, sofern es noch vorhanden ist, wird dem Opfer natürlich zurückgezahlt werden müssen.

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