Pastor verzockt Gemeindegeld

Pastor verzockt Gemeindegeld besuchen

Es ist gerad einige Tage her, als ein Offizier höheren Rangs mit falschen Jetons erwischt wurde – und zwar beim Poker. Kaum hat man diese Schreckensmeldung hinter sich gelassen, macht auch schon der Nächste Betrüger von sich reden. Diesmal ist es ein Pastor, genauer gesagt Stephen Gemme, der allerdings weder katholisch noch evangelisch ist. Ihn findet man als Oberhaupt der Sekte der „heiligen Bernadette Parish“, die etwa 800 Familien umfasst. Die Medien haben bereits über ihn berichtet, denn seine Masche ist schier unglaublich. Zum Spielen verwendete er das Geld der Pfarrei und der zugehörigen Schule – insgesamt 200.000 US Dollar hat der Mann binnen kürzester Zeit verzockt.

Natürlich hat sich die Staatsanwaltschaft nach Bekanntwerden des Falls gleich mit selbigem zu beschäftigen begonnen. Die „Bosse“ der Vereinigung tun indes alles, um die Unruhen unter den Mitgliedern zu mildern und das Ganze in gewisser Weise schönzureden. So wurde ein Schreiben verfasst, aus dem hervorgeht, dass das Verhalten des Pastors natürlich ein Vetrauensbruch sein. Andererseits wird gesagt, dass man dennoch berücksichtigen muss, wie viel besagter Pastor schon für die Gemeinde und seine Mitglieder getan hat. Gleiches gelte auch für die Schule, die zur Sekte gehört. Pater Gemme selbst versucht, seinen Hals aus der Schlinge zu ziehen und bittet um Gnade. Dass er sich auf Gottes Gnade und Hilfe beruft, war in dieser Konstellation ja eigentlich schon abzusehen. Derzeit steht zu befürchten, dass der Pastor mit einer recht milden Strafe rechnen darf – anders als der Otto-Normal-Bürger, der beim Glücksspielbetrug in der Regel nicht zu knapp zur Rechenschaft gezogen wird.

Dass die Menschen aktuell von einer solchen Milde ausgehen, liegt an einem noch gar nicht so alten Fall, in den eine Nonne verwickelt war. Sie stahl rund 130.000 Dollar, um an Glücksspielen teilnehmen und ihre Sucht befriedigen zu können. Die Strafe damals lag bei gerade einmal 90 Tagen Haft. Ebenso milde ging es bei einem Rabbi zu, der gleich mehrere Straftaten in Zusammenhang mit dem Glücksspiel beging. Was genau nun passiert, das bleibt letztlich abzuwarten. In jedem Fall muss sich der Pastor verantworten – wie auch immer sein Urteil in den kommenden Wochen ausfallen wird.

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