Weitere Spielsucht Studie

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Rund ein Jahr ist seit der Änderung des Glücksspielstaatsvertrags vergessen – Zeit, eine weitere Studie zu eröffnen, die sich mit dem Thema Glücksspielsucht beschäftigt. Derzeit streiten sich die Geister, wenn es darum geht, in wieweit die neue Regulierung sinnvoll ist und ob der Vertrag wirklich dazu beiträgt, der Suchtgefahr strikter als zuvor entgegenzuwirken. Goldmedia, ein erfahrenes Beratungsunternehmen, hat sich nun intensiv mit den Auswirkungen der Neuregulierung beschäftigt und eine Studie veröffentlicht, die durchweg aufschlussreich erscheint.

Genau genommen muss man das Glücksspiel hier in Deutschland klar unterteilen. Die vier hauptsächlichen Sparten sind Sportwetten, Lotterien, Casinos im Allgemeinen und nicht zu vergessen die immer in der Kritik stehenden Spielautomaten. Es gibt deutliche Unterschiede zwischen den Gewinnauszahlungen, und schon deshalb bleibt gerade bei Studien wie dieser keine andere Möglichkeit als die Rubriken zu unterteilen, um so die verschiedenen Bruttospielerträge zu ermitteln. Diese ergeben sich aus den erwirtschafteten Einnahmen, abzüglich aller Gewinnauszahlungen an Gäste bzw. Kunden. Insgesamt 10,7 Milliarden Euro verzeichnete die komplette Branche allein im vergangenen Jahr. Den Löwenanteil machten damals Spielautomaten aus – mit 4,4 Mrd. Euro Ertrag. Aber auch Lotto ist mit über 3 Mrd. dem klassischen Slot-Geschehen dicht auf den Fersen.

Die neue Studie beschäftigt sich vorrangig mit den Analysen zu Sportwetten, denn hier wurden 2012 rund 6,8 Milliarden Euro eingesetzt. Der Spielertrag lag dagegen nur bei einer Milliarde, denn ganz offensichtlich werden recht hohe Quoten ausgezahlt. Schaut man sich den regulierten Markt an, so kommt man auf 3,6 Prozent dessen, was eigentlich eingenommen wurde. Der Rest ergibt sich aus unlauteren und illegalen Angeboten, Online Wetten und dergleichen. Zwar hatte man sich im Zuge des neuen Glücksspielstaatsvertrags für eine Eröffnung des Sportwetten-Marktes ausgesprochen, doch durchgesetzt wurde dieser Plan bisweilen noch nicht offiziell. Die Grauzone nutzen viele Betreiber, um ihre Angebote auf den Markt und damit an den Mann zu bringen.

Aus der Studie lässt sich in etwa entnehmen, wie eine Entwicklung bis zum Jahre 2017 laufen könnte. Verschiedene Szenarien wurden durchgespielt, die sich darauf beziehen, dass der Vertrag bis dahin komplett umgesetzt würde. Alternativ geht es um die Idee, die Schleswig-Holstein zwischen 2011 und 2012 hatte. Bekanntermaßen hatte sich dieses Bundesland bis dahin aus dem Ländervertrag herausgehalten und ist eigene Wege gegangen. Trotz alledem gehen die Experten davon aus, dass weiterhin illegal Spiele angeboten werden. Auch, wenn eine Lockerung als hilfreich angesehen wird, nutzen noch immer zu viele Anbieter den Weg, die deutsche Regulierung zu umgehen – allein deshalb, weil sie hohe Kosten zu befürchten hätten.

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